Seit dem Jahr 2003 bereitet die Dresden International University (DIU) als Weiterbildungsuniversität der TU Dresden ihre Studierenden auf den globalen Arbeitsmarkt vor. Dazu nutzt die DIU verstärkt die Möglichkeiten der Digitalisierung sowohl in den Lern- und Lehrprozessen als auch zur Zusammenarbeit und Kooperation im DIU-Team. So auch im Frühjahr 2020, als während der Corona-Pandemie alle Mitarbeitenden, Studierenden und Dozierenden von Zuhause aus lehren, lernen und arbeiten mussten. Durch das Zusammenspiel von jahrelanger Forschung und der praktischen Befähigung aller Beteiligten gelang es der DIU in dieser Zeit, Microsoft Teams als zentrale Lehr-, Lern- und Kommunikationsplattform zu etablieren.
Die Herausforderung: Forschung als Basis für die Praxis
Die DIU und die TU Dresden prägt eine intensive Zusammenarbeit und tiefe Verbundenheit. Gemeinsames Ziel ist es, dem regionalen Bildungsraum zu noch größerer internationaler Strahlkraft zu verhelfen. Dafür ergänzt und erweitert die DIU durch ihre Ausrichtung auf Studierende in ausbildungsbegleitenden Studiengängen, erfahrene Fach- und Führungskräfte und internationale Programmstudierende einerseits das Ausbildungsprofil der TU Dresden. Und setzt andererseits auch deren Professor*innen als freiberufliche Honorardozierende ein. Zu ihnen gehört Eric Schoop, Professor für Informationsmanagement und seit zwei Jahren Mitglied des Präsidiums der DIU, zuständig für die Digitalisierung der Lernprozesse und des Lehrangebots. „Die Studierenden müssen ihr digitales Wissen in der Lernsituation praxisnah erwerben und vertiefen, damit sie es später direkt einsetzen können, wenn es erforderlich ist“, sagt er. Sein zentrales Forschungsthema seit über 20 Jahren: die Internationalisierung der Lehr- und Lernprozesse an den Hochschulen durch Digitalisierung.
Die Ursprünge der E-Learning Forschung von Prof. Dr. Eric Schoop liegen in den Jahren 2001 bis 2004, als er im Rahmen einer Forschungsausschreibung gemeinsam mit einer Doktorandin das „Gruppenlernen im Internet“ als neue Idee erforschte. Zu diesem Zweck wurde Studierenden an zwei unterschiedlichen Standorten mittels Tele-Vorlesung und Blockseminaren vor Ort der gleiche Stoff gelehrt. Dieses Forschungsvorhaben trieb Prof. Dr. Eric Schoop über die Jahre mit unterschiedlichen Open Source Programmen immer weiter voran und ließ in zahlreichen Dissertationen auch die Schwachpunkte herausarbeiten. Schnell war klar, dass die Low-End-Lösungen vor allem bezüglich Mobilität und Funktionalität nicht wettbewerbsfähig waren. Mit dieser Erkenntnis kontaktierte Prof. Dr. Eric Schoop schließlich seinen ehemaligen Doktoranden Peter Geißler, inzwischen Head of Consulting bei der Communardo Software GmbH und ebenfalls Dozent an der DIU. Dr. Peter Geißler berichtete seinem ehemaligen Doktorvater von dem australischen Ingenieurprofessor David Kellermann, der die Lehre und das Lernen mit Microsoft Teams auf eine völlig neue Ebene gehoben hatte. „Meine erste Reaktion war: Das können wir besser“, sagt Prof. Dr. Eric Schoop. „Uns haben einfach nur die richtigen Werkzeuge gefehlt.“ Mit der Einführung von Teams und der Unterstützung von Communardo im Herbst 2019 änderte sich das. Bereits um die Jahreswende 2019/2020 konnten die ersten virtuellen Klassenzimmer-Projekte mit Teams gestartet werden.
Die Lösung: Teams als Ergänzung zur Präsenzlehre begeistert Dozierende und Studierende
„Als am Samstag, den 14. März 2020, der Anruf kam, dass ab Montag alles digital laufen wird, waren zunächst viele im Haus verunsichert“, sagt Sandra Richter, Digital Managerin an der DIU. „Aber alles war da. Wir waren vorbereitet. Und so konnte ich die Kolleg*innen ein wenig beruhigen.“ Und Dr. Peter Geißler ergänzt: „In der Kürze der Zeit ging es uns zunächst darum, alle Informationen und Materialien auf Teams zusammenzuführen und alle Beteiligten zusammenzubringen.“ Weil sie kleiner ist als die staatlichen Universitäten, konnte die DIU sehr flexibel agieren. Webinare, 1:1 Coachings und andere Adoption & Change Maßnahmen wurden umgehend gestartet.
In einem ersten Schritt brachte Sandra Richter ihren Kolleg*innen die neue Plattform in diversen Formaten und mit Hilfe von individuell erstellten Erklärvideos und Klickanleitungen näher. „Da hilft nur eins: dranbleiben und mit gutem Beispiel vorangehen. Und zwar so lange, bis Teams als internes Kommunikationsmittel genutzt und verstanden wird“, schmunzelt Richter. „Dafür braucht es Geduld.“ Und die hatte sie: Teams reduzierte die E-Mail-Flut in der Verwaltung, die Begeisterung in der Belegschaft wuchs und Teams wurde schon bald als zentraler Ort für Wissen, Austausch und Organisation genutzt.
Im zweiten Schritt wurden die Dozierenden versorgt und betreut. Hierfür wurde der DIUtalk als 14-tägiges Austauschformat etabliert. Denn hybrides, modernes Arbeiten kann nur gelernt werden, wenn es auch gelehrt wird. „Viele unserer Dozierenden waren es über Jahre gewohnt, ihre Kurse alle zwei Wochenenden in Dresden vor Ort abzuhalten“, berichtet Prof. Dr. Eric Schoop aus eigener Erfahrung. Durch die gute Vorarbeit gelang es Sandra Richter schnell, die Vorteile der Plattform Microsoft Teams aufzuzeigen. Sie stellte dar, dass das Digitale nicht nur Ersatz, sondern echte Innovation ist. Und weil eine reine Vorlesung über acht Stunden per Videokonferenz wenig zielführend ist, wurden gemeinsam Konzepte erarbeitet, wie sich didaktische Neuerungen in der digitalen Umgebung umsetzen und verbessern lassen.
So entstehen beispielsweise Kurse wie der von Dr. Peter Geißler. „Digital Change: Kompetenzen von Morgen“ wird vollständig über Teams abgehalten. In diesem Lehrformat können Lehrende und Lernende die Möglichkeiten der Plattform testen und trainieren. Denn es geht auch darum, Technologie, Verhalten und Elemente aus Präsenz- und Online-Lehre zu kombinieren, um Lernerfahrung und -effekt zu ermöglichen. So müssen die späteren Mitarbeiter*innen bei großen IT-Projekten in ihren Unternehmen nicht mehr grundsätzlich abgeholt werden, sondern können direkt mit den neuen Applikationen umgehen. So wie es auch bei den Studierenden der DIU und der Umstellung auf Teams der Fall war.
Heute nutzen rund 2.500 Mitarbeitende, Dozierende und Studierende eine Education-Lizenz von Teams für rund 80 Prozent ihrer Tätigkeiten. „Teams als kollaborative, offene Plattform wird andere klassische, inhaltszentrierte Lernmanagementsysteme langfristig ablösen“, ist sich Prof. Dr. Eric Schoop sicher. Doch auch für Lehre und Forschung werden sich seiner Meinung nach noch weitere Chancen ergeben: „Teams macht Kommunikationsspuren transparent, so werden z.B. Entstehungsprozesse von gemeinsamen Lösungen im Gruppenlernen und die Entwicklung von Portfolios für die Dozierenden sichtbar. Durch diesen Einblick in die Datenlage können Noten fairer vergeben und besser begründet werden. Auch für die Social Learning Analysis ergeben sich aus den Teams-Daten in Kombination mit Microsoft Azure und Power BI ganz neue Erkenntnisse.“
“Mit Microsoft Teams steht uns nun eine Plattform zur Verfügung, mit der wir flexibel und agil agieren können. Durch die Kombination aus Forschungsergebnissen und praktischer Umsetzung konnte die DIU neue Formen des kollaborativen Lehrens, Lernens und Arbeitens implementieren und damit zum Vorreiter unter den deutschen Hochschulen werden.”
Sandra Richter, Digital Managerin, Dresden International University
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