Die Herausforderung: Eine große On-Premises-SAP-Landschaft will in die Cloud
Energie für den modernen Alltag, Wärme in der kalten Jahreszeit, Mobilität im Stadtleben und eine schnelle Internet-Anbindung, die alle Möglichkeiten der Digitalisierung eröffnet – die SWM schaffen die Basis für eine hohe Lebensqualität in München. Unzählige Prozesse sind bei den SWM digitalisiert und größtenteils in SAP aufgesetzt – beispielsweise die Zählerstände für die Strom- und Wasser-Abrechnung, die abgelesen und in SAP weiterverarbeitet werden. „Die SWM und SAP verbindet eine 30-jährige Partnerschaft“, so Mathias Auer, Leiter Infrastruktur und Plattformen bei den Stadtwerken München. „Fast alle unsere Geschäftsbereiche arbeiten mit dem System. Deshalb muss eine geschäftskritische Anwendung immer state-of-the-art sowie schnell und flexibel anpassbar sein und wachsen können.“
Die IT der Stadtwerke München möchte daher die gesamte SAP-Landschaft in die Cloud und damit auf den neuesten Stand bringen. „Wachstum in einer On-Premises-Infrastruktur kam für uns nicht weiter infrage: Zu hohe Kosten für Hardware und deren Wartung. Die SWM brauchten mehr Skalierbarkeit, mehr Möglichkeiten, eine schnellere Bereitstellung von Instanzen für die Transformation der verschiedenen SAP System Landschaften“, so Mathias Auer. Zum Zeitpunkt der Bereitstellung waren jedoch die Größen oft nicht valide schätzbar. Keine einfache Aufgabe: „Wir hatten eine 30 Jahre alte, komplett verzahnte und auf Oracle-Datenbanken basierende SAP-Lösung. Ein einfaches Lift-und-Shift wäre da kaum möglich gewesen. Wir hätten jede einzelne Systemumgebung, jedes einzelne System-Cluster und jede einzelne Funktion neu in der Cloud und auf Basis von HANA-Datenbanken aufsetzen müssen. Gesucht haben wir deshalb eine geeignete Ziel-Infrastruktur, aber vor allem auch eine neue technologische Herangehensweise für das System-Deployment.“ Mit Microsoft Azure und Infrastructure-as-Code lösten die SWM die Herausforderung.
Die Lösung: Effizientes und automatisiertes Ausrollen von SAP in der Microsoft Cloud– mit Infrastructure-as-Code
Bereits vor der Migration hatten die SWM unternehmensweit Microsoft 365 im Einsatz, ebenso Microsoft Entra ID für die Identitätsverwaltung. Zudem vertrauen die SWM schon lange auf Windows als Betriebssystem – insbesondere als Server Backend. Somit sprach allem voran die hohe Integrierbarkeit zwischen den Microsoft Lösungen für Azure. Die zukünftige hybride Architektur enthält neben den Backendsystemen auch viele weitere Cloud Services, beispielsweise auf der BTP. Für Azure hat dabei die Jahrzehnte lang bestehende Zusammenarbeit zwischen Microsoft und SAP gesprochen, die auch für viele BTP-Services die Infrastruktur bereitstellt. „Damit sind wir trotz unterschiedlicher Betriebsmodelle wieder auf einer gemeinsamen Infrastrukturplattform“, so Mathias Auer. Orchestriert wird die SAP-Betriebsplattform durch die Lösung Alpaca der Public Cloud Group (PCG). Die Migration der SAP-Systeme erfolgte mittels des bekannten SAP Werkzeugs Software Update Manager (SUM) oder bei HANA-Quellsystemen mittel System Replikation.
Seit Start der System-Migration 2021 sind sieben unterschiedliche SAP-Landschaften – also unterschiedliche System-Cluster – in die Cloud umgezogen. „Das sind Systeme und ihre Subsysteme, die wir komplett neu in Azure auf Basis der HANA Datenbank aufgesetzt haben. Zwischen 256 GB und 5,7 TB an Arbeitsspeicher pro HANA DB“, erklärt Mathias Auer. „Unser zentrales SAP-Benutzermanagement (ZBV) sowie die Business Intelligence(BI)-Umgebung von SAP sind heute komplett in der Cloud. Diese zwei Systeme komplett manuell und on-premises aufzubauen, hätte deutlich mehr gekostet und länger gedauert – Infrastructure-as-Code in der Cloud hat uns diese Umsetzung sehr viel schneller und effizienter ermöglicht.“
Der große Vorteil von Infrastructure-as-Code: Infrastruktur wird zunächst als Blaupause in Form von Code aufgesetzt – mit einer genauen Beschreibung, was die zur Ausführung einer Lösung benötigte Infrastruktur leisten soll. Faktoren wie Speicherplatz, Rechenkapazität oder Netzwerkressourcen werden definiert. „Wir bringen die Eigenschaften von Hardware in eine Code-Struktur und spielen diese automatisiert über dies Framework Terraform in der Cloud aus. Direkt danach haben wir die passende Infrastruktur für das gewünschte SAP-System“, beschreibt Auer den Prozess. „Diese Blaupausen lassen sich versionieren, duplizieren, weiterentwickeln oder auch löschen.“ Damit besitzen die SWM eine Sammlung unterschiedlicher Infrastrukturen, die für die weitere Migration ähnlicher SAP-Systeme nutzbar sind. Je mehr Systeme migriert werden, desto schneller und flexibler sind diese Systeme, die für Projekte der SWM benötigt werden, nutz- und anpassbar. „Mit unserer Entscheidung für Azure können wir SAP-Systeme mithilfe von Infrastructure-as-Code schneller und effizienter in der Cloud aufsetzen als es on-premises jemals möglich wäre“, so Auer.
Die Stadtwerke München werden von ihrem neuen Know-how über Cloud-Technologien in der Zukunft profitieren – auch über die 2027 endende SAP-Migration hinaus. „Es war durchaus ein mutiger Schritt, unsere unternehmensweit größte, komplexeste und insbesondere geschäftskritische Anwendung in die Azure Cloud zu migrieren“, fasst Auer zusammen. „Aber es war die richtige Entscheidung – und wir haben uns sehr schnell schlau gemacht. Dabei hat uns nicht zuletzt die Enterprise Skills Initiative von Microsoft geholfen.“
“Mit unserer Entscheidung für Azure können wir SAP-Systeme mithilfe von Infrastructure-as-Code schneller und effizienter in der Cloud aufsetzen als es on-premises jemals möglich wäre.”
Mathias Auer, Leiter Infrastruktur und Plattformen, Stadtwerke München
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